Problemstellung (Datenschutz und Einhaltung der Vorschriften)
Vernetzte Autos verhalten sich wie vernetzte IoT-Geräte: Eingebettete SIM-Karten interagieren ständig mit Mobilfunknetzen, so dass es technisch möglich ist, Fahrzeuge zu verfolgen, Fahrgestellnummern mit IMEI/IMSI-Kennungen zu korrelieren und die Fahrhistorie zu rekonstruieren. Gleichzeitig erwarten die Fahrer einen starken Schutz der Privatsphäre und eine strikte Begrenzung der Überwachung, wie die Bedenken der Zivilgesellschaft hinsichtlich einer schleichenden Ausweitung von lebensrettenden Systemen wie eCall auf die umfassende Fahrzeugverfolgung deutlich machen. Die Automobilhersteller stehen daher vor einer doppelten Herausforderung: Sie müssen in der Lage sein, legitime Ermittlungen und grenzüberschreitende Anfragen zu unterstützen und gleichzeitig die Datenexposition zu minimieren, die Zweckbindung durchzusetzen und vollständige Transparenz und Überprüfbarkeit zu gewährleisten.
ETSI TR 103 854 für Kraftfahrzeuge
ETSI TR 103 854 definiert ein Referenzmodell und eine Schnittstelle für Anfragen von Strafverfolgungsbehörden (LEAs) an Organisationen, die über fahrzeugbezogene Daten verfügen, sogenannte Response Processing Systems (RPS). Er beschreibt konkrete Anwendungsfälle wie VIN-zu-IMEI, IMEI-zu-VIN, VIN-zu-IMSI, VIN-zu-Ort und VIN-zu-Fahrzeugdaten sowie Empfehlungen für HTTPS-basierten, schema-gesteuerten Anfrage/Antwort-Austausch in XML oder JSON. Der Bericht stellt außerdem Datenkategorien vor (Identifizierung, Standort, Streckenführung, Fahrverhalten, Komponentenstatus, Kundendaten und mehr) und betont Klarheit, Effizienz, Überprüfbarkeit, Sicherheit und Datenschutz in jedem Offenlegungsworkflow.

